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Wie bearbeite ich meinen Zylinder damit er mehr Leistung hat?


Es gibt viele Faktoren die dazu beitragen, dass mein Motor mehr Leistung hat. Mit dazu zählt der Zylinder, sowie die Kurbellwelle, der Ansaugtrakt, die Auspuffanlage und die richtige Abstimmung des Vergasers. Um gezielt mehr Leistung zu erreichen, müssen alle diese Komponenten zu einander passen und aufeinander abgestimmt werden.

Beginnen wir beim bearbeiten des Zylinders:

Wichtig! Wer beim bearbeiten einen Fehler macht, setzt vielleicht seinen ganzen Zylinder in den Sand ;)

Der Zylinder hat mehrere Stellen, die durch bearbeiten modifiziert werden können und sich unterschiedlich auf das spätere Verhalten des Motors auswirken.

Überströmer vergrößern und öffnen

Die meisten Zylinder verfügen ab Werk über nicht sehr große Überströmer, weil diese oft auf den Motorblock abgestimmt wurden und daher recht klein ausfallen. Da durch die Überströmer das Gemisch in den Verbrennungsraum strömt und durch das Öffnen ein größeres Luft-Benzingemisch strömen kann, lassen sich dadurch  zusätzliche Pferdchen aus dem Zylinder holen. Die Überströmer sollten wie folgt geöffnet werden, als Beispiel hier ein Pollini 177. 
Die Bearbeitung sollte man mit einem Dremel und einer flexiblen Welle durchführen, da man sonst nicht an alle Stellen hinkommt, da es doch recht eng ist. Als erstes sollte man sich die Flächen auf der Zylinderfußdichtfläche aufzeichnen, die durch das fräsen entfernt werden sollen, wie auf dem Bild zusehen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Dichtflächen nicht komplett entfernt werden oder es der Fall ist das die Dichtfläche am Zylinder kleiner ist als am Gehäuse. Nach dem Aufzeichnen, kann man mit dem Fräsen beginnen. Da die Überströmer eine gewisse Tiefe haben, bis sie in den Zylinder einmünden, sollten sie auch auf kompletter Länge vergrößert werden. Außerdem sollte man nach dem Fräsen dafür sorgen, etwa durch einen Schleifpapieraufsatz das der komplette Überströmer eine glatte Oberfläche hat, damit es möglichst wenig Verwirbelungen gibt. Wenn alles fertig ist sollte es in etwa so aussehen.

 

 

Gehäuseüberströmer anpassen

Nach dem die Überströmer im Zylinder gefräst wurden, sollte man noch die Dichtung neu anpassen, um diese dann genau auf den Motorblock zu übertragen. Dabei wird einfach die zugeschnittene Dichtung auf die Dichtfläche des Motors gelegt und abgepaust. Anschließend fräst man das überstehende Material weg. Dabei ist darauf zu achten, dass man nicht zu tief fräst und dadurch im Freien landet. Sämtliche Übergänge sollte beim fräsen verrundet werden, um dem Benzin- Luft Gemisch eine ideale Strömung zu ermöglichen. Das sollte dann in etwas so aussehen.


Zylinderfussfenster vergrößern

Bei manchen Zylindern lohnt es sich das Zylinderfußfenster zu vergrößern, um früher den Weg für das Gemisch durch das Kolbenfenster freizugeben. Jedoch ist darauf zu achten, dass es nicht zu weit nach oben geöffnet wird. Sonst kann es sein, dass die Kolbenringe sich in der Öffnung verhaken und dann ist alles vorbei ;). Am besten lässt sich das Fenster vergrößern, in dem man auf einen Dremel eine Trennscheibe aufspannt und damit das Material wegschneidet. Letztendlich sollte das ganze dann so aussehen.

     

Auslass bearbeiten und vergrößern

Als besonders Effektiv erweist sich das fräsen des Auslasses, das damit aber auch zur kompliziertesten Sache gehört. Die Auswirkung auf Drehzahl oder Drehmoment wird hierbei stark beeinflusst. Vor der Bearbeitung sollte man sich daher genau überlegen, was der Motor danach für eine Charakteristik haben soll und dementsprechend der Auslass gestaltet wird. Als Grundentscheid ist die Form des Auslasses wichtig und dabei ist folgendes zu beachten:

Rechteckig

Sorgt für die höchste Drehzahl und die größte Leistungssteigerung ideal für One-Way Motoren ;)

Oval

Keine Infos.

Trapez

Mit die beste Entscheidung! Sorgt für höhere Drehzahlen, besseres Ansprechverhalten. Und außerdem ist die Lebensdauer auch nicht unbedingt eingeschränkt.

Damit ist der Grundentscheid der Form schon mal getroffen, weiter geht es mit der Ausführung und der Größe. Durch eine Verbreiterung des Auslasses wird eine Erhöhung der Leistung erzeugt, das heißt jedoch nicht das dieser nach Lust und Laune verbreitert werden darf. Dabei ist nämlich darauf zu achten das der Kolben mit seinen Kolbenringen während der Abwärtsbewegung über den Auslass hinweg fährt. Bei einem zu breiten Auslass kann es dazu führen , dass die Öffnungen der Ringe aufspringen und sich verklemmen. Deshalb sollte man die Größe des Auslasses zuvor mit einem Eding auf die Innenwandung des Zylinders zeichnen. Wer das alles ganz genau machen will, kann sich im Internet auch gute Formeln und Schablonen dazu suchen, die eine optimale Leistungsausbeute erbringen. Bei den gesamten Fräsarbeiten sollte im Auge behalten werden, wie die Steuerzeiten verändert werden, dass diese auch nach der Bearbeitung noch zu einander passen, sprich: wann das Gemisch in den Brennraum strömt und wann der Auslass geöffnet wird. Durch die Vergrößerung des Auslasses nach oben oder unten werden damit die Steuerzeiten geändert. Das heißt man sollte sich davor etwas genauer damit befassen damit es nicht zu Stömungskurzschlüssen kommt.  Alle Kanten die beim fräsen entstanden sind, sollten danach durch einen Schleifaufsatz verrundet werden, um Verwirbelungen zu vermeiden.

Einlass bearbeiten bei Drehschieber Motoren unter Verwendung eines Membranblocks

Normalerweise wird der Einlass des Luft-Benzin Gemischs über die Kurbellwelle und die Drehschieber Fläche gesteuert. Bei älteren Motoren die schon mal einen Lagerschaden hatten, kann es vorkommen, dass durch das Unrund laufen der Kurbelwelle die Drehschieberfläche beschädigt wird. Das heißt der Motor spuckt das Benzin Teilweise wieder zurück in den Vergaser und verschluckt sich bei hohen Drehzahlen. Hier ein Bild der Drehschieberfläche.

 
     
Abhilfe bringt dabei der Einbau einer Membran, deren Funktion darin besteht, dass sich die Membran Plättchen bei Unterdruck öffnen und bei Überdruck wieder schließen. Dabei spielen die Steuerzeiten der Kurbellwelle keine Rolle mehr, da sie nur noch über die Membranplättchen gesteuert wird. Der Hauptgrund für das Einbauen von Membranen liegt oft darin, dass der komplette Einlass auf den größtmöglichen Querschnitt vergrößert werden kann. Dadurch gelangt mehr Benzin-Luft Gemisch in das Kurbellwellengehäuse, (bei Verwendung eines geeigneten Vergasers). Hier ein paar Bilder wie der Einlass nach dem Bearbeiten aussehen kann. Und für die, die sich an das bauen eines eigenen Membran -  Blocks ran trauen hier noch ein paar Zeichnungen. ( Bei Verwendung auf einem PX Motor oder ähnliches)
 
 
     
  © 2009 Vespassione verfasst von Michael Hansen